Neuer Thread:Tipps zur Krankheitsverarbeitung (ps

9 Jahre 5 Monate her #8311 von Sarah
Liebe Nelke
War das Dein Krankheitsverlauf? Das hat mir der Arzt auch schon gesagt, "seien sie froh, dass sie noch weinen können...Krass, ich kann es mir nicht vorstellen, wie das geht, musst Du wie oft befeuchten Deine Augen?
Antworte nur, wenn Du magst.
Sarah

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Das ist sogar das Beste an ihnen.
Charles Dickens

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9 Jahre 5 Monate her - 9 Jahre 5 Monate her #8312 von Nelke
Liebe Sarah,

ja, da bin ich von mir ausgegangen. Das sind weit mehr als 10 Jahre, dass ich nicht mehr weinen kann. Die Tränendrüsen sind sozusagen Schrott. Träufeln muss ich je nach Beschwerden alle 15 Minuten bis stündlich. Aber, es trifft nicht jeden, dass man nicht mehr weinen kann. Mache dir da nicht zu viel Gedanken drüber. Es muss nicht passieren.
Es ist schon komisch, denn dieses weinerliche Gefühl habe ich trotzdem. Zumindest kann ich meinen Mann nicht mit Krokodilstränen beeindrucken. ;) :laugh:

LG
Nelke

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9 Jahre 5 Monate her #8314 von Sarah
Liebe Nelke
Ich danke Dir für deine Offenheit. Es ist ja so dass Du das Gefühl trotzdem hast- klar, denn das geschieht in Deinem Hirn und Dein Hirn ist nicht wie die Tränendrüsen futsch...Gott sei Dank!!!!
Ich bewundere Dich. Ich weiss nicht, ob ich das aushalten kann und könnte, wenn es kommt.
Es tut mir weh für Dich. Ich wünschte Dir, Du hättest das nicht erleben müssen. Gar nie.
Ich werde am Brienzersee auf dem Schiff morgen an Dich denken. Ganz fest.
An das Tapfere von Dir, was mir fehlt, so oft.
Herzlich
Sarah

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9 Jahre 5 Monate her #8316 von Nelke
Sarah, weißt du, das war ein schleichender Prozeß. Das geschieht nicht von heute auf morgen. Daher habe ich nie viel darüber nachgedacht. Es ist, wie es ist. Ich kann es nicht ändern. Über Dinge, die ich nicht mehr ändern kann, versuche ich nicht (mehr) nachzudenken. Das ist einfacher für mich.

LG
Nelke

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9 Jahre 5 Monate her #8318 von Sarah
Ja, das spüre ich gut, dass das für Dich so ist. Für mich ist das nicht so. Vielleicht weil ich, sowohl beruflich wie auch privat immer wieder Dinge ändern musste, die im Grunde genommen von aussen gesehen nicht zu ändern waren oder sind, und nun bin ich in einer neuen Situation, dass ich etwas erleiden muss, das ich nicht gestalten kann, oder nur zu einem gewissen Grade halt beeinflussen kann, indem ich fleissig tröpfle, meinen Mund pflege etc.
Ich habe immer wieder über Vieles nachgedacht, was ich nicht ändern kann und ich bin dabei, für mich persönlich einen Weg zu suchen, der mir hilft, ohne zu sehr verdrängen zu müssen, weil ich das nicht kann, mit der Krankheit zu leben. Am Schlimmsten ist es für mich, wenn die Aerzte sagen, das geht nie mehr weg, wird immer bleiben etc. das macht mich dann auch beim Aufwachen völlig fertig. In meinem Kopf sagt es: "Du bist krank. Es geht nie mehr weg, Dein Leben lang wird es so sein"- und dann möchte ich gar nichts mehr tun- einfach nichts mehr spüren, nicht mich anziehen, gar nichts mehr. Aber dann mache ich etwas Kleines, räume vielleicht die letzte kleine Dosis der Tränenmittel in den Papierkorb und langsam geht das Leben wieder los- Szene für Szene. Pflicht für Pflicht immer in der Hoffnung, es zu schaffen, trotzdem.
Ja, so ist das jetzt für mich. Ob sich das mal ändert, weiss ich nicht. Es wäre schön, aber ich glaube nicht daran, ich kann zu wenig verdrängen.
Liebe Grüsse
Sarah

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9 Jahre 5 Monate her - 9 Jahre 5 Monate her #8321 von Nelke
Hmmm Sarah, das hat nichts mit Verdrängen zu tun. Es ist ein langer Lernprozeß. Du stehst noch am Anfang der Krankheitsbewältigung, die Diagnose ist nicht allzu lang her. Du musst auch Geduld mit dir selbst haben.
Es ist doch gut, dass du kleine Sachen nach und nach erledigst. Am Ende ist es auch etwas Großes, was du geschafft hast. Freue dich darüber! Du musst noch lernen, dass nicht mehr alles so ist wie früher.

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LG
Nelke

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