Bedeutung des Peak-Flow-Werts
 

Frage:
Geht ein auf 50% reduzierter Peak-Flow-Wert in Richtung COPD oder Asthma oder muss er überhaupt nichts dergleichen bedeuten, und was kann man noch untersuchen. Der Rheumatologe meinte dazu, da "Co Diff" nicht untersucht sei, hätte der Peak-Flow-Wert überhaupt nichts zu bedeuten. Der Pneumologe sagte, der Rheumatologe solle bei seinem Fachgebiet bleiben, und wenn er alle Patienten im Rhein-Main-Gebiet so gründlich untersuchen würde (Co-Diff), würde er pleite gehen. Er stellte die Diagnose "Hyperreagibles Bronchialsystem". Da ich nämlich in den vergangenen 1 1/2 Jahren seit einem Kortisonreduktionsversuch von 10 auf 6,5 mg fast andauernd erkältet war (tgl. Prednison-Dosis oral). Habe Lupus und Sjögren.

Bei mir sind also bis jetzt nur 2 x Lungenfunktionsuntersuchung gemacht worden, Röntgen wollte ich nicht, da schon sehr oft geröngt. Bei der 2. Lufu hatte sich der Peak-Flow-Wert auf 63% gebessert. Ich bekam wegen Erkältung Roxithromycin und Berodual, was mich nicht davon abhielt, zwei Wochen später die nächste Erkältung zu bekommen. Bleibe halt jetzt bei 10 mg, habe keine manifesten Erkältungen mehr, aber Halsschmerzen.

Antwort:
an Hand des Peak Flow Wertes kann man eigentlich keine Diagnose Asthma oder COPD stellen, bei beiden Erkrankungen ist der PF-Wert erniedrigt und er wird in der Regel als Verlaufsparameter v.a. beim Asthma angewandt.

Die entscheidende Untersuchung hier ist die Lungenfunktion (Bodypletysmographie) mit Bestimmung der Vitalkapazität, des Tiffeneauindex, der totalen Lungenkapazität und v.a. der forcierten Einsekundenkapazität (FEV1).

Ein hyperreagibles Bronchialsystem ist eine Erkrankung, deren Therapie Ähnlichkeiten mit dem Asthma aufweist. Dann ist eine Allergiediagnostik anzuraten, die Verlaufsbeobachtung mittels Peak Flow, v.a. wenn anfallsweise Luftnot besteht.

Eine mögliche Fibrose der Lunge im Rahmen des Lupus oder Sjögrens erfordert eine bildgebende Diagnostik der Lunge mittels Röntgen und bei Anhalt für Lungenfibrose dort auch noch eines CTs.

Ich kann Ihnen nur raten, die Strahlenbelastung nicht höher zu bewerten als die Gewissheit über eine mögliche Lungenvernarbung! Wie gesagt ist die Lungenfibrose eine Einbahnstraße und je früher man den Prozess stoppen kann, desto höher wird das Niveau Ihrer Lebensqualität in Zukunft sein.

Die Diffusionsmessung, die Ihr Pneumologe aus Kostengründen kritisch sieht, ist vor allem zur Abschätzung der fibrosierenden Komponente von Bedeutung und sollte erfolgen, wenn in der Lungenröntgenuntersuchung Verdacht auf eine Lungenfibrose besteht.

Die antibiotische Therapie mit Roxithromycin bei Atemwegsinfekt ist vollständig in Ordnung. Achten Sie darauf, dass der Infekt vollständig abheilt!

Vorgeschichte:
Sjögren-Syndrom Erstdiagnose 2005
Pneumonier im März 2007
Sepsis bei Pneumokokken-Pneumonie beidseits 15.10.2007
Akutes Nierenversagen

Frage:
Was kann ich selber tun, wie kann ich mich dagegen schützen?
Gibt es außer meiner Schutzimpfung, die ich am 07.12.05 bekommen habe, noch andere Medikamente, mit denen ich noch vorbeugen kann?
 
Antwort:
Bei Erwachsenen ab dem 60. Lebensjahr mit entsprechendem Risikoprofil empfiehlt das Robert Koch Institut die Pneumokokkenimpfung mit Auffrischung alle 6 Jahre. Man weiß inzwischen, dass die Impfung nicht unbedingt jeden Patienten vor einem Atemwegsinfekt mit Pneumokokken schützen, aber die Schwere der Erkrankung günstig beeinflussen kann. Da Sie sogar eine Sepsis entwickelt haben, scheinen Sie von der durchgeführten Impfung nicht profitiert zu haben, das kommt leider immer wieder vor.

Um auf Ihre Frage zu kommen:
- Sie können versuchen, die Impfung zu wiederholen, vielleicht mit einem Präparat eines anderen Herstellers. Aber auch dann können Sie nicht von einem 100%igen Schutz vor den Erregern ausgehen. Evtl. ist zur Kontrolle des Impferfolges nach einigen Wochen eine Antikörperkontrolle gegen Pneumokokken in Ihrem Blut zu erwägen.

- Schwere Lungenentzündungen, Bronchitis und ähnliches können jedoch von einer ganzen Reihe Erreger ausgelöst werden, Pneumokokken stellen eigentlich sogar nur einen sehr kleinen Teil der in Frage kommenden Bakterien dar. Die Frage sollte also lauten, was können Sie tun, um derart schwere Krankheitsverläufe in Zukunft abwenden oder zu mindest weniger wahrscheinlich zu machen.

- Halten Sie sich an die allg. Empfehlungen für ein gesundes Leben: achten Sie auf ausreichend Bewegung an der frischen Luft, z.B. ein täglicher Spaziergang, jedoch ohne sich dabei zu überfordern, akzeptieren Sie die Grenzen, die Ihr Körper setzt, ber versuchen Sie sich auch zu trainieren. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse und auf eine angepasste Kalorienzufuhr. Sowohl Übergewichtige als auch Untergewichtige haben erhöhte Krankheitsrisiken. Auf Nahrungsergänzungsmittel kann man dann häufig verzichten, einen sicheren Beleg für die Gesundheitsfördernderung durch solche Produkte gibt es meines Wissens nach ohnehin nicht. Schaden tun sie zu mindest nicht.

- Kalt-Warme-Wechselduschen und Saunagänge sind durchaus auch als "abhärtende" Maßnahmen anzuraten, wenn Sie sich dabei wohl fühlen. Reduzieren Sie Stress in Ihrem Alltag sowie übermäßigen Alkoholgenuss. Rauchen sowohl aktiv als auch passiv nach Möglichkeit meiden. Lebensfreude dagegen ist nachgewiesener Maßen sehr gesundheitszuträglich!

- Achten Sie auf Infektzeichen! Verändert sich Ihr Husten, haben Sie mehr Auswurf und ist dieser verfärbt (gelblich, grünlich, manchmal auch bräunlich oder gräulich) ist das meistens ein sicheres Zeichen für einen Atemwegsinfekt. Aber auch allg. Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit und zunehmende Luftnot können auf einen Infekt hinweisen. Gehen Sie dann frühzeitig zum Arzt, fürchten Sie sich nicht vor der Strahlenbelastung von Röntgenuntersuchungen. Denn je früher ein möglicher Atemwegsinfekt bei Ihnen erkannt und adäquat therapiert wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit so schwere Verläufe abzuwenden! Infektvermeidung zu 100% ist nicht möglich, also geht es vor allem um bestmögliche Prävention, Früherkennung und gute Therapie. Sollte bei Ihrer Vorgeschichte ein etwas stärkerer Atemwegsinfekt wieder auftreten, würde ich Ihnen sogar raten, sich frühzeitig im Krankenhaus stationär behandeln zu lassen. Ein schwerer Infekt, wie die durchgemachte Pneumokokkensepsis bedroht nicht nur Ihr Leben akut, sondern kann selbst nach Ausheilung Ihre Gesundheit weiter schwächen und die Körperfunktionen dauerhaft schädigen, darum geht es um Frühbehandlung für Sie.

- Sollten Sie häufiger als zwei Mal im Jahr an Atemwegsinfekten erkranken, würde ich einen Lungenfacharzt zu Rate ziehen. Der kann entscheiden,wann z.B. eine vorbeugende Antibiotikatherapie sinnvoll wäre. Antibiotika sind für Sie bei einer bakteriellen Entzündung absolut wichtige Medikamente, die Sie in ausreichender Dosis und Dauer unbedingt nach ärztlicher Empfehlung einnehmne müssen!

- Wie Sie am eigenen Leib gemerkt haben, sind vor allem Frühjahr und Herbst aber auch der Winter mit der trockenen Heizungsluft, für Atemwegsinfekte bedeutend. Achten Sie auf ausreichende Trinkmengen insbesondere in dieser Zeit, evtl. luftbefeuchtende Maßnahmen durch Zimmerpflanzen oder ähnliches können ebenfalls sinnvoll sein. In der kalten Jahreszeit immer mit Schal und geschlossener Jacke ins Freie.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen und wünsche Ihnen alles Gute!

Beste Grüße aus Leipzig,
Thilo Triemer


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